5 Minuten schneller mit der U12?

Ab sofort sind Sie 5 Minuten schneller von Remseck und Mühlhausen in der Innenstadt. Feiern Sie mit uns die Eröffnung der neuen U12.

So schreibt die SSB in ihrem neuen Flyer, der zur Zeit in den Stadtbahnen ausliegt. Ist diese Fahrzeitverkürzung nachvollziehbar? Wir überprüfen das anhand ausgewählter Verbindungen. (Vergleich Netz 2016/ Netz 2018)

  • Remseck – Hauptbahnhof 26 Minuten statt 30 Minuten (29 Minuten 2015 mit der U14)
  • Remseck – Rotebühlplatz bleibt bei 36 Minuten
  • Remseck – Rathaus 35 Minuten statt 40 Minuten
  • Remseck-  Charlottenplatz 29 Minuten statt 37 Minuten
  • Remseck – Schloßplatz 28 Minuten statt 36 Minuten
  • Mühlhausen – Hauptbahnhof 19 Minuten (U12) oder 33 Minuten (U14) statt 24 Minuten (23 Minuten 2015 mit der U14)
  • Mühlhausen – Rotebühlplatz 28 Minuten statt 30 Minuten
  • Mühlhausen – Rathaus 25 Minuten statt 34 Minuten
  • Mühlhausen – Charlottenplatz 22 Minuten (U12) bzw 25 Minuten (U14) statt 31 Minuten
  • Mühlhausen – Schloßplatz 21 Minuten statt 30 Minuten

8 Minuten schneller zum Schloßplatz, das ist schon was. Dies kommt daher, dass die U12 eine Talquerlinie ist und man nicht mehr zum Schloßplatz umsteigen muss, wenn man die U12 aus Remseck, die über Mühlhausen, Münster, Hallschlag und das Europaviertel fährt, nutzt.

Die lange Fahrzeit von Remseck und Mühlhausen zum Charlottenplatz und zur Haltestelle Rathaus im Netz 2016 ist der Baustelle geschuldet (Sperrung zwischen Staatsgalerie und Charlottenplatz), aber natürlich ist es schon von Vorteil, jetzt umsteigefrei zum Charlottenplatz gelangen zu können.

Die Haltestelle Hauptbahnhof hingegen war bisher mit der U14 umsteigefrei und ohne Umweg über die Innenstadtschleife aus Richtung Remseck angebunden, daher fallen die Fahrzeitgewinne zum Hbf nicht so beeindruckend aus.

Vergleicht man nur die durchgehenden, also die umsteigefreien Relationen, kann man feststellen, dass die bisherige U14, die aus Remseck und Mühlhausen kommend über Wilhelma und Stöckach zum Hauptbahnhof fuhr, nicht wesentlich langsamer war als die neue U12. Nur weil nun mehrere Jahre das Teilstück zwischen Staatsgalerie und Hauptbahnhof unterbrochen und gesperrt wird, verlängert sich die Reisezeit auf der U14 zum Hauptbahnhof derart, dass die U12 sehr attraktiv erscheinen muss.

Letztlich fragt man sich, ob die jahrelangen teuren Baumaßnahmen der U12 mit schwierigen Tunnelstücken wirklich erforderlich waren, oder ob man die Kapazitätsprobleme der Stadtbahn nicht auch hätte anders lösen können. Betrachtet man die teilweise recht ungünstigen Umsteigebeziehungen auf anderen Linien im Netz 2018, kann man auf die Idee kommen, dass die U12 zulasten der anderen Linien bevorzugt wurde, um die hohen Kosten als gerechtfertigt erscheinen zu lassen.

Einladung der SSB zur U12 bis nach Remseck