Aktuelles

neue Mobilitätskonzepte anschieben

Die Bundesumweltministerin (wohlgemerkt nicht der Verkehsminister) wird bei Spiegel online folgendermaßen zitiert:

Alles, was dem ÖPNV nutze und eine Alternative zum Auto bilde, müsse gefördert werden, sagte die SPD-Politikerin. Das seien:

  • ein zumindest phasenweise kostenloser ÖPNV
  • oder günstigere Fahrkartenpreise,
  • sowie einfachere Wege beim Kauf der Tickets.

Gut, dass das Thema weiter bundespolitisch im Gespräch bleibt.

Auch in Stuttgart finden derzeit Veranstaltungen zu neuen Mobiliätskonzepten statt, zum Beispiel am 15.3.2018 (organisiert von der Partei „Die Grünen“) zum Thema „Verkehrswende solidarisch finanzieren“. Am 11.4. (organisiert von der Fraktion SÖS/LINKE/PLUS und anderen Initiativen) wurde über „Verkehrswende statt Mooswände“ diskutiert. Video der Veranstaltung

Die mediale Resonanz auf beide Veranstaltungen:

STZ 12.4.2018
STZ 5.4.2018
STZ 19.3.2018
STZ 16.3.2018

solidarisch finanzieren?

Bei der Diskussion darum, wie der ÖPNV anders zu finanzieren sei, so dass weniger Abgase die Luft belasten und deutsche Städte keinen Ärger wegen europäischer Vorschriften bekommen, gibt es mehrere Argumentaionslinien.

1. Nur wenn der Bund erheblich Geld zuschießt, kann eine Stadt den ÖPNV deutlich ausbauen und/ oder günstiger machen. Sonst nicht.
2. Wenn man den ÖPNV gratis macht, steigen die „falschen“ um, nämlich Fußgänger und Fahrradfahrer und die, die sich Fahrkarten bislang nicht leisten können. Daher bringt das keinen Effekt für die schlechte Luft.
3. Typisch schwäbische Argumentation: „Die Dienstleistung muss einen Wert haben, sonst wird sie nicht gewürdigt“. VVS-Sprecherin in den STN

Hierzu erreichte uns ein Gastkommentar, der den sozialen Aspekt hervorhebt:

Diese Diskussion um die Finanzierung ist wie immer eine Scheindebatte, um den Eindruck zu erhalten, dass
a) kein oder zu wenig Geld „da“ ist
b) hier ein „falscher Eindruck“ erweckt würde (was nix koscht isch nix) usw.
In der Politik ist die Währung aber nicht Euro, sondern „politischer Wille“. Die Aussage „kein Geld da“ ist zu übersetzen mit „ich will das nicht“. Dass der ÖPNV solidarisch finanziert gehört, wie vieles andere auch, das ist keine Frage. – Auch dass die Bahnen und Busse platzen würden, wenn das sofort realisiert würde. Aber Hallo! – Wessen Versäumnisse sind dafür die Ursache? – Antwort: Die Versäumnisse derer, die „Politik gestalten“ und dabei immer nur Wirtschaft und Profit im Kopf haben. Es wird Zeit, die Dinge anders als nur nach BWL zu denken und zu „lösen“. Es geht nicht um Profit, es geht um Funktion. Für Menschen. Für möglichst alle Menschen.

Peter Gruber bei parkschuetzer.de

Eine Zusammenstellung von Links zum Thema Fahrpreise finden Sie hier .

 

 

Verkehrswende?

Am 15.3.2018 findet in Stuttgart – organisiert von der Partei „Die Grünen“ – eine Veranstaltung zum Thema „Verkehrswende solidarisch finanzieren“ statt. Einladung (pdf)

Für den Fall, dass dort eine Diskussion vorgesehen ist, könnte man folgende Denkanstöße dort einbringen:

  • Warum haben SSB und VVS dem Bau eines Engpasses (Stuttgart 21) zugestimmt, der nachweislich das Funktionieren und den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs auf viele Jahre hinaus behindert (Beispiele Sperrungen bei der Stadtbahn und Ausfälle und Pünktlichkeitsprobleme bei der S-Bahn)?
  • Warum hat der Oberbürgermeister Kuhn in seiner mehrjährigen Amtszeit nicht schon längst die Weichen Richtung Ausbau des ÖPNV gestellt? Ist dies in der Innenstadt überhaupt möglich?
  • Wann gibt eine deutliche Fahrpreisermäßigung in Stuttgart? Und wie könnte diese solidarisch finanziert werden?

Fahrzeitverlängerungen im Netz 2018

Im Dezember 2017 fand die Umstellung vom Netz 2016 auf Netz 2018 statt. Zur Erinnerung: Beides sind im Grunde Umleitungen von Stadtbahnlinien wegen Stuttgart-21-Baustellen im Bereich Staatsgalerie.

Die SSB preist die Fahrzeitverkürzung von 5 Minuten für Fahrgäste von Remseck zum Stuttgarter Hauptbahnhof durch die U12.

Es gibt jedoch einige Verbindungen, die sich gegenüber dem Fahrplan, der sich Netz 2016 nannte, verschlechtert haben.

Ein paar Beispiele:

  • Vom Hölderlinplatz nach Fellbach 41 Minuten statt statt 37 Minuten.
  • Vom Erwin-Schöttle-Platz bis Russische Kirche 18 Minuten statt 11 Minuten.
  • Von Botnang zum Ostendplatz 32 Minuten statt 28 Minuten.
  • Vom Südheimer Platz zur Wilhelma 27 Minuten statt 24 Minuten.
  • Von Hedelfingen nach Botnang 45 Minuten statt 35 Minuten.

Ärgerlich, insbesondere in der kalten Jahreszeit, sind Umsteigezeiten von 8 oder 9 Minuten bei einem 10-Minuten-Takt. Wäre das nicht besser möglich gewesen? Ist das wirklich gut durchdacht, wie die SSB-Werbung suggeriert?

 

 

Kostenloser Nahverkehr – eine gute Idee?

Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD), Verkehrsminister Christian Schmidt (CSU) und Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU) haben an EU-Umweltkommissar Karmenu Vella einen Brief geschrieben. Dieser ist öffentlich geworden. „Die Bundesregierung denke zusammen mit den Ländern und Kommunen über einen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr nach“, so liest man bei Spiegel online. Allerdings, so der Artikel, hätten sich sowohl der baden-württembergische Verkehrsminister als auch der Deutsche Städtetag überrascht gezeigt.

Erste Resonanz aus Politik und Verkehrsbetrieben zeigt weitgehend Skepsis.

  • Der Steuerzahler müßte die Einnahmen aus den Ticketverkäufen, die die Hälfte der Finanzierung der Verkehrsbetriebe ausmachen, übernehmen.
  • Mehr Fahrgäste würden die vorhandene Infrastruktur überfordern.
  • Man bräuchte Milliarden Euro für zusätzliche Busse und Bahnen, die zudem nicht schnell lieferbar seien.

Diese Argumente zeigen eines sehr deutlich: Die Politik hat sich bisher nicht mit solchen Überlegungen beschäftigt, denn sonst würde sie nicht so hilflos reagieren. Wer ernsthaft an einer deutlichen Reduktion des Autoverkehrs interessiert ist, müsste sich riesig freuen über die Aussicht auf einen deutlichen Anstieg der Fahrgastzahlen im öffentlichen Nahverkehr. Wer schon vor Jahren vorausgesehen hat, dass die EU die schlechte Luft in vielen deutschen Städten nicht dauerhaft tolerieren würde, hätte sich rechtzeitig um den Ausbau der Kapazitäten gekümmert. Finanzierung? Wenn man was wirklich will, gibt es auch Geld dafür. Es ist eine Frage der Prioritäten.

Was tun in Stuttgart?

  • Unnötige Baustellen, die Kapazitäten im Nah- und Fernverkehr verringern (Stuttgart 21), umgehend einstellen.
  • Das störungsanfällige S-Bahn-System wieder in den Takt bringen.
  • S-Bahn-Ringschluss von den Fildern ins Neckartal zügig planen.
  • Express-S-Bahn zum Flughafen.
  • Innenstadt-Stadtbahnnetz wieder sinnvoll befahren, Anschlüsse verbessern, Bahnsteigverlängerungen umsetzen.
  • Panoramabahnkonzept ernsthaft prüfen.
  • Fahrpreissenkung bzw Fahrpreishalbierung im gesamten Netz.

Links zu aktuellen Artikeln zum Thema „Bundesregierung erwägt kostenlosen öffentlichen Nahverkehr“ (Auswahl):

Spiegel online (13.2.2018)
n-tv (13.2.2018)
Spiegel online (13.2.2018)
Süddeutsche (13.2.2018)
ZEIT (13.2.2018)
Spiegel online (Kommentar) (14.2.2018)
Süddeutsche (Kommentar) (14.2.2018)
stern (14.2.2018)
Focus 1 (14.2.2018)
Focus 2 (14.2.2018)
Focus 3 (14.2.2018)
heise 1 (14.2.2018)
heise 2 (Kommentar) (15.2.2018)
heise 3 (15.2.2018)
Spiegel online (Interview) (15.2.2018)
Kontextwochenzeitung (21.2.2018)
Spiegel online (18.2.)
Spiegel online (26.2.2018)

Links zu Analysen und Verbesserungsvorschlägen für den Verkehr in Stuttgart:

freifahrenstuttgart
S21-Irrtum
S-Bahn-Chaos
Umstieg 21
Panoramabahn

Pressemitteilung SÖS (pdf) (14.2.2018)

U1 im Netz 2018 – was ändert sich?

Der Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2017 bringt für verschiedene Stadtbahnlinien in der Innenstadt Veränderungen. Wir besprechen heute die Linie U1.

Von Vaihingen Bahnhof aus und von Kaltental sind mit der U1 im Netz 2018 die Innenstadthaltestellen Rathaus und Charlottenplatz wieder besser und schneller erreichbar. Bis Staatsgalerie braucht die Bahn ab Vaihingen Schillerplatz statt 24 Minuten nun 20 Minuten, weil sie nicht mehr den Umweg über den Berliner Platz fahren muss.

Nachteil ist, dass man mit der Linie U1 nicht mehr über den Hauptbahnhof kommt und direkte Umstiege in die S-Bahn nur noch in Vaihingen und in Bad Cannstatt, aber nicht mehr am Rotebühlplatz und am Hauptbahnhof möglich sind.

Den Streckenabschnitt zwischen Bad Cannstatt Wilhelmsplatz und Rathaus befahren die Linien U1 und U2 gemeinsam. Sie fahren im Abstand von 4 bzw 6 Minuten und brauchen für diese Strecke 11 bzw 12 Minuten. Die Stammstrecke zwischen Stöckach und Rathaus wird im Netz 2018 von 6 Linien befahren (inclusive U11), also einer mehr als bisher, und man wird beobachten müssen, ob die Pünktlichkeit der Linien im echten Betrieb gewährleistet werden kann.

Der Anschluss am Charlottenplatz von der U1 aus beiden Richtungen an die U7 Richtung Waldau/ Nellingen verbessert sich im Netz 2018, was man für den Umstieg Richtung Degerloch/ Möhringen nicht unbedingt sagen kann. Auch der Umstieg von der U1 aus beiden Richtungen in der Stuttgarter Innenstadt in die Talquerlinien Richtung Pragsattel verbessert sich zeitlich gegenüber dem Netz 2016 nicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

U4 im Netz 2018 – was ändert sich?

Der Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2017 bringt für verschiedene Stadtbahnlinien in der Innenstadt Veränderungen. Wir besprechen heute die Linie U4.

Im Netz 2016 endete die Linie U4 aus Untertürkheim am Neckartor. Dort (oder schon vorher am Stöckach) mussten die Fahrgäste, die weiter in die Innenstadt wollten, in eine andere Linie umsteigen. Dies war insbesondere in den morgendlichen Stoßzeiten schwierig, weil die Bahnen voll waren. So kam es, dass mehrere Linien durch den Fahrgastwechsel regelmäßig leichte Verspätungen bekamen, die man noch am Hauptbahnhof und am Berliner Platz feststellen konnte. Die Unterbrechung der Linie U4 brachte erhebliche Fahrzeitverlängerung mit sich durch Umwege und vermehrte Umstiege.

Im Netz 2018 fährt die Linie U4 wieder von Untertürkheim bis zum Hölderlinplatz. Sie nimmt die Strecke bis Neckartor, weiter über Charlottenplatz, Rotebühlplatz und Berliner Platz, wie es auch 2015 war. Die Linie U24, die im Netz 2016 den Hölderlinplatz mit dem Charlottenplatz verband, entfällt.

Alle Abfahrtszeiten auf der Linie U4 ändern sich. Beispielsweise fahren die Bahnen in Untertürkheim während des 10-Minuten-Takts nun zur Minute 9 ab und nicht mehr zur Minute 5. Beim Hölderlinplatz wird die Abfahrt zur Minute 2 sein statt zur Minute 0.

Insgesamt verbessert sich für die Fahrgäste der U4 die Situation durch das Netz 2018 wieder, weil die Linie nicht mehr am Neckartor endet. Es ist aber nicht alles gut gelöst. Beispielsweise musste für eine Fahrt von Gaisburg nach Degerloch im Netz 2016 zwei Mal umgestiegen werden und dauerte 25 Minuten. Nun ist es wieder möglich, mit einem Umstieg, nämlich am Charlottenplatz, nach Degerloch und Möhringen zu kommen. Der Anschluß aus Richtung Untertürkheim an die U5 nach Leinfelden ist mit 4 Minuten gut; der Anschluß an die U12 nach Dürrlewang allerdings mit 8 Minuten schlecht. Man braucht damit für die Strecke Gaisburg – Degerloch bis zu 26 Minuten.

5 Minuten schneller mit der U12?

Ab sofort sind Sie 5 Minuten schneller von Remseck und Mühlhausen in der Innenstadt. Feiern Sie mit uns die Eröffnung der neuen U12.

So schreibt die SSB in ihrem neuen Flyer, der zur Zeit in den Stadtbahnen ausliegt. Ist diese Fahrzeitverkürzung nachvollziehbar? Wir überprüfen das anhand ausgewählter Verbindungen. (Vergleich Netz 2016/ Netz 2018)

  • Remseck – Hauptbahnhof 26 Minuten statt 30 Minuten (29 Minuten 2015 mit der U14)
  • Remseck – Rotebühlplatz bleibt bei 36 Minuten
  • Remseck – Rathaus 35 Minuten statt 40 Minuten
  • Remseck-  Charlottenplatz 29 Minuten statt 37 Minuten
  • Remseck – Schloßplatz 28 Minuten statt 36 Minuten
  • Mühlhausen – Hauptbahnhof 19 Minuten (U12) oder 33 Minuten (U14) statt 24 Minuten (23 Minuten 2015 mit der U14)
  • Mühlhausen – Rotebühlplatz 28 Minuten statt 30 Minuten
  • Mühlhausen – Rathaus 25 Minuten statt 34 Minuten
  • Mühlhausen – Charlottenplatz 22 Minuten (U12) bzw 25 Minuten (U14) statt 31 Minuten
  • Mühlhausen – Schloßplatz 21 Minuten statt 30 Minuten

8 Minuten schneller zum Schloßplatz, das ist schon was. Dies kommt daher, dass die U12 eine Talquerlinie ist und man nicht mehr zum Schloßplatz umsteigen muss, wenn man die U12 aus Remseck, die über Mühlhausen, Münster, Hallschlag und das Europaviertel fährt, nutzt.

Die lange Fahrzeit von Remseck und Mühlhausen zum Charlottenplatz und zur Haltestelle Rathaus im Netz 2016 ist der Baustelle geschuldet (Sperrung zwischen Staatsgalerie und Charlottenplatz), aber natürlich ist es schon von Vorteil, jetzt umsteigefrei zum Charlottenplatz gelangen zu können.

Die Haltestelle Hauptbahnhof hingegen war bisher mit der U14 umsteigefrei und ohne Umweg über die Innenstadtschleife aus Richtung Remseck angebunden, daher fallen die Fahrzeitgewinne zum Hbf nicht so beeindruckend aus.

Vergleicht man nur die durchgehenden, also die umsteigefreien Relationen, kann man feststellen, dass die bisherige U14, die aus Remseck und Mühlhausen kommend über Wilhelma und Stöckach zum Hauptbahnhof fuhr, nicht wesentlich langsamer war als die neue U12. Nur weil nun mehrere Jahre das Teilstück zwischen Staatsgalerie und Hauptbahnhof unterbrochen und gesperrt wird, verlängert sich die Reisezeit auf der U14 zum Hauptbahnhof derart, dass die U12 sehr attraktiv erscheinen muss.

Letztlich fragt man sich, ob die jahrelangen teuren Baumaßnahmen der U12 mit schwierigen Tunnelstücken wirklich erforderlich waren, oder ob man die Kapazitätsprobleme der Stadtbahn nicht auch hätte anders lösen können. Betrachtet man die teilweise recht ungünstigen Umsteigebeziehungen auf anderen Linien im Netz 2018, kann man auf die Idee kommen, dass die U12 zulasten der anderen Linien bevorzugt wurde, um die hohen Kosten als gerechtfertigt erscheinen zu lassen.

Einladung der SSB zur U12 bis nach Remseck

 

U2 im Netz 2018 – was ändert sich?

Der Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2017 bringt für verschiedene Stadtbahnlinien in der Innenstadt Veränderungen. Wir besprechen nun die Linie U2.

Die U2 kehrt ab 10.12.2017 wieder auf ihre angestammte Linienführung von Neugereut über Cannstatt Wilhelmsplatz, Charlottenplatz, Rotebühlplatz, Berliner Platz nach Botnang zurück. Damit besteht wieder eine direkte umsteigefreie Verbindung aus Botnang zum Charlottenplatz.

Die Erreichbarkeit des Hauptbahnhofs von Botnang aus wird durch die Linie U29 sichergestellt, allerdings nur zu eingeschränkten Uhrzeiten (Link zum Aushangfahrplan). Daher werden viele Fahrgäste aus Botnang und dem Vogelsang umsteigen müssen, wenn sie zukünftig zum Hauptbahnhof wollen.

Fahrpläne der Linien U2 und U29 sowie weiterer Linien finden Sie hier.

Fahrgäste aus Botnang, die bisher am Hauptbahnhof Richtung Pragsattel umgestiegen sind, müssen, wenn sie nun am Charlottenplatz in die nördlich fahrenden Talquerlinien umsteigen, mit einer Verlängerung ihrer Reisezeit rechnen. (6 Minuten mehr bei einer Fahrt vom Herderplatz zum Pragsattel beispielsweise).

Da die U2 nun auch wieder über den Rotebühlplatz fährt, kann man dort auch in die S-Bahn umsteigen und auf diese Weise nach Vaihingen, Hauptbahnhof, Bad Cannstatt und zu weiteren Zielen weiterreisen.

Wer mit der U2 aus Richtung Cannstatt kommend zum Hauptbahnhof möchte, kann ab der Haltestelle Neckartor zu Fuß gehen oder am Charlottenplatz umsteigen. Für die Strecke Cannstatt Wilhelmsplatz zum Hauptbahnhof brauchte man mit der Stadtbahn im Netz 2016 nur 9 Minuten; im Netz 2018 mit Umstieg am Charlottenplatz 17 Minuten. Mit der S-Bahn allerdings ist die reine Fahrzeit 4 Minuten, wobei man natürlich noch die zusätzlichen Fußwege zum und im Bahnhof berücksichtigen sollte.

 

U9 im Netz 2018 – was ändert sich?

Der Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2017 bringt für verschiedene Stadtbahnlinien in der Innenstadt Veränderungen. Wir besprechen heute die Linie U9.

Die Linie U9 fuhr 2015 von Hedelfingen zum Vogelsang, manchmal weiter bis Botnang. Sie fuhr über Hauptbahnhof und Berliner Platz. Im Netz 2016 konnte die Linie U9 weiterhin so fahren, von der Sperrung zwischen Staatsgalerie und Charlottenplatz war sie nicht betroffen.

Im Netz 2018 wird die Linie U9 über den Charlottenplatz geführt. Sie fährt die Haltestelle Hauptbahnhof/ Arnulf-Klett-Platz nicht mehr an. Wer aus Stuttgart – Ost zum Hauptbahnhof möchte, kann Neckartor aussteigen und zu Fuß gehen oder am Charlottenplatz in die Talquerlinien umsteigen.

Im Netz 2018 fährt die Linie U9 nicht mehr in den Stuttgarter Westen (Vogelsang/ Botnang), sondern in den Süden. Die Linie U9 bedient die Haltestellen Österreichischer Platz, Marienplatz, Erwin-Schöttle-Platz, Bihlplatz, Südheimer Platz und Heslach Vogelrain. Sie ersetzt damit auf diesem Abschnitt die Linie U21, die während des Netzes 2016 Heslach mit dem Charlottenplatz verband.

Wer bisher von Hedelfingen nach Botnang in der Hauptverkehrszeit in 35 Minuten durchfahren konnte, wird nun inclusive Umstieg 45 Minuten brauchen. Entsprechend von zum Beispiel Raitelsberg zur Schwab/ Bebelstraße statt 13 Minuten nun 20 bis 24 Minuten, weil die Umsteigebeziehungen im neuen Fahrplan schlecht gelöst sind. Bei einem 10-Minuten-Takt sind 9 Minuten Wartezeit auf die passende Anschlußbahn einfach eine Zumutung.

(VVS Fahrplanauskunft für den 12.12.2017)

(VVS Fahrplanauskunft für den 24.11.2017)

Die neuen Fahrpläne der Linien U9 sowie weiterer Linien finden Sie hier.