Demoreden Text

(die Zitate sind Ausschnitte der Reden)


Rede Tom Adler  (9.5.2016)

„Stuttgart soll ja, sagt der Koalitionsvertrag, das Lebensqualitäts- und Mobilitäts- Modellprojekt von schwarz-grün sein und werden, Stuttgart mit seiner S21-ramponierten Innenstadt, den für Jahre gekappten U-Bahnverbindungen und Fahrradrouten. Da können wirden übrigen Baden-Württembergern nur raten: Schaut auf diese Stadt, dann wisst ihr, was euch droht…“


Rede Matthias von Herrmann (9.5.2016)

„Wie schön wäre es, wenn die Strecken und Haltestellen der Stadtbahn – ganz wie unser Kopfbahnhof – so großzügig ausgelegt wären, dass sie jederzeit ausreichend Platz und Kapazität für zusätzliche Bahnen und zusätzliche Fahrgäste bieten. Wenn die Busse und Bahnen alle fünf Minuten zuverlässig fahren würden, so dass ich mir um Anschlüsse keine Gedanken mehr machen muss. Es wäre doch schön, wenn die Herren Heimerl, Kuhn und Arnold, wenn Stadt und SSB sich Lösungen für dieses Kapazitätsproblem überlegen würden; also echte Lösungen, solche, die nicht darin bestehen, Leute durch immer höhere Ticketpreise von der Nutzung der Stadtbahn abzuhalten.“


Rede Rike Kohlhepp (7.3.2016)

„Nehmen wir unser Schicksal selbst in die Hand, wenn die Politik versagt. Gemeinsam klären wir auf und ändern die Stimmung in der Stadt. Denken wir das Mögliche und stellen uns vor, dass der Spuk S21 ein Ende hat! Grabt mit am Grube-S21-Grab!“


Rede Matthias von Herrmann (4.1.2016)

„Neben OB Kuhn sitzen auch sechs Gemeinderäte sowie Finanzbürgermeister Föll im Aufsichtsrat der SSB. Keiner dieser Damen und Herren hat die Hand gegen die Pläne der Bahn erhoben, keiner von ihnen hat die Interessen der Bürger und Stadtbahn-Nutzer vertreten. Keiner hat an all die Schüler gedacht, die mit Bus und Bahn zur Schule unterwegs sind und jetzt im Stadtbahn-Chaos landen. Doch ist es nicht Aufgabe eines Aufsichtsrats, die Interessen der SSB und der Stadtbahn-Nutzer der Deutschen Bahn gegenüber zu vertreten? Und warum müssen wir auch dieses Jahr wieder mehr bezahlen für schlechtere Leistung? Was tun die Gemeinderäte im SSB-Aufsichtsrat für uns Bürger?“


Rede Carola Eckstein (2.11.2015)

„Wer zahlt S21? Diese Frage ist schnell beantwortet: Am Ende zahlen wir Bürger; egal ob das Geld aus der Stadtkasse, dem Landeshaushalt, von der bundeseigenen Bahn AG oder direkt vom Bund kommt: Am Ende ist es immer unser Steuergeld, das für S21 vergraben wird. Und – als wäre das nicht ärgerlich genug – wir zahlen obendrein auch noch mit schlechter Infrastruktur, mit Mängeln beim Nahverkehr, mit S-Bahn-Chaos, mit ewigem Stau und schlechter Luft in der Stadt und nach dem Willen von DB AG und SSB demnächst auch noch mit einem ruinierten Stadtbahnnetz.“


Rede Matthias von Herrmann (15.6.2015)

„Die beiden wichtigsten Verkehrsbetriebe im Großraum Stuttgart bekommen jedes Jahr mehr Geld durch erhöhte Ticketpreise, gleichzeitig wird die Leistung sowohl bei der S-Bahn als auch bei der Stadtbahn dramatisch schlechter – und die verantwortlichen Politiker im Aufsichtsrat sagen zu allem ja und Amen, so wie sie es immer dann tun, wenn es um S21 geht. Dabei brauchen wir keinen neuen Bahnhof, sondern ein Verkehrskonzept, das die vorhandenen Probleme löst. Ein Verkehrskonzept für die Region Stuttgart, das tausende Pendler und Schüler täglich schnell und zuverlässig ans Ziel bringt, statt kilometerlange Staus zu produzieren; ein Verkehrskonzept, das den giftigen Feinstaub wirksam reduziert und den lärmgeplagten Anwohnern hilft; ein Verkehrskonzept, das zur Energiewende passt und unsere Stadt mobil und zukunftsfähig macht. All das leistet Stuttgart 21 nicht.“


Rede Matthias von Herrmann (7.1.2015)

„Was diese Streckensperrung für tausende Schüler täglich bedeutet, hat sich keiner der Damen und Herren überlegt. Dass die Stadt Verantwortung trägt für Schüler und deren Schulweg, ist offenbar auch unserer Schulbürgermeisterin Susanne Eisenmann entfallen – wir wollen sie jetzt daran erinnern!“


Rede Matthias von Herrmann (22.9.2014)

„Ein hohes Gut in Stuttgart ist unbestreitbar der bislang pünktliche und bequeme Stadtbahnverkehr. Das Schienennetz wird weiter ausgebaut, so können mehr Menschen den öffentlichen Nahverkehr nutzen. Aber das, was in der 14. Planänderung nebenbei als Kollateralschaden für zwei zentrale Tunnelabschnitte der Stadtbahn genannt wird, hat überhaupt nichts mit dem Wohl der Stadt zu tun. Im Gegenteil (…) Mit welchem Recht will die Deutsche Bahn eigentlich die Tunnel unserer Stadtbahn kaputt machen? Da ist es doch gerade die Aufgabe der Gemeinderäte, dies der Bahn zu verbieten, Veto zu rufen, eine Einwendung gegen die 14. Planänderung einzureichen – zum Wohl der Stadt! Nun, die Stadt hat eine Einwendung gegen diese 14. Planänderung eingereicht. Aber darin kein Wort zur Stadtbahn-Unterbrechung, kein Wort dazu, dass hier funktionierende und von unseren Geldern finanzierte Infrastruktur zerstört werden soll. (…)“


Rede Heiner Monheim (31.3.2014)

„Jedes größere Bauprojekt führt unweigerlich zu Beeinträchtigungen der Umgebung. Das ist eine Binsenweisheit. Es fängt an beim Lärm und Schmutz, es geht weiter mit dem immensen Baustellenverkehr für den Aushub und den Materialtransport und es endet dann mit den nötigen Umleitungen in den Verkehrsnetzen. Bei vielen Baumaßnahmen in geschäftlich genutzten Umfeldern stellt sich die Frage, wie stark die Beeinträchtigungen der geschäftlichen Tätigkeiten während der Bauzeit sind, wie sehr die Erreichbarkeit beeinträchtigt wird, wie stark die Umsätze einbrechen und wie lange die Baumaßnahme dauert. (…) Großprojekte potenzieren solche Beeinträchtigungen. Und Großprojekte an sehr sensiblen und strategisch zentralen Punkten für ein ganzes Verkehrssystem haben eine extreme Sprengkraft mit einem immensen Aktionsradius der „Schockwellen“. Genau das beginnt nun für die Stadt und die Region seine wachsende Virulenz zu entfalten. Es beginnt mit der Unterbrechung von zwei wichtigen Stadtbahnstrecken mit zentraler Bedeutung im ganzen Netz. Die gewohnte räumliche Orientierung der Kunden („mental Map“) wird völlig umgekrempelt, es drohen massive Zeitverluste und ein sich stufenweise aufschaukelndes Stadtbahnchaos. Das Baustellenumfeld wird immer mehr zu einer „No-Go-Area“. Und das für eine vermutlich weit über die bislang angesetzten langen Jahre hinausreichende Bauzeit (…).“


Rede Irene Köberle (17.3.2014)

„Auch die Kolleg/-innen von der SSB werden zusätzlich belastet. Ihr angesehenes und als zuverlässig bekanntes kommunales ÖPNV-Unternehmen gerät durch die Nibelungentreue seines Vorstands zu S21 immer mehr in den Sog des Chaos der Bahn. Immer wenn die Bahn wieder mal umplant, muss in Folge auch die SSB alle fertig geplanten Baumaßnahmen einstampfen und neu entwickeln. Was für ein sinnloser Verschleiß von Arbeit!“


Rede Jürgen Hugger (24.2.2014)

„Der Gemeinderat ist in erster Linie dem Wohl der Stadt Stuttgart und damit dem Wohl der Bürger und Bürgerinnen verpflichtet. Dem steht nun die „Projektförderpflicht“ entgegen, die sich die Stadt mit den Verträgen zu Stuttgart 21 aufgehalst hat. Und dieser Interessenkonflikt zwischen dem Wohl der Stadt und dem sinnlosen Festhalten an Stuttgart 21 betrifft nicht nur die Aufsichtsräte der SSB im Gemeinderat, sondern alle Mitglieder. Die Lösung: Kündigung der Verträge zu Stuttgart 21 und damit auch der Projektförderpflicht.“


Rede Jürgen Schwab (30.12.2013)
 „Bei K21 wäre die Stadtbahn in keinster Weise betroffen gewesen, bei S21 kosten alleine die Kreuzungen Stadtbahn/DB viele Hundert Millionen Euro; die Aussage der SSB, dass ihre durch S21 neu gebauten Tunnels fahrdynamisch besser seien, ist ein Witz. Wo bisher, etwa vom HBF zur Türlenstraße, nach einer moderaten Kurve eine hübsche Gerade gefahren wird, steht künftig eine Achterbahnfahrt auf dem Programm mit Kurven und starken Gefällen. Für die Kosten der nutzlosen Stadtbahnverlegungen hätte man locker die fehlende dritte Stammstrecke bekommen! Wozu das alles? Nur damit man den Tiefbahnhof irgendwie in einen Untergrund hineinwurstelt, der eigentlich mit zwei Stadtbahnröhren und einem S-Bahntunnel vollauf belegt ist! Und trotzdem überschreitet dieser Schiefbahnhof das erlaubte Gefälle noch um das Sechsfache!“