Aktuelles

5 Minuten schneller mit der U12?

Ab sofort sind Sie 5 Minuten schneller von Remseck und Mühlhausen in der Innenstadt. Feiern Sie mit uns die Eröffnung der neuen U12.

So schreibt die SSB in ihrem neuen Flyer, der zur Zeit in den Stadtbahnen ausliegt. Ist diese Fahrzeitverkürzung nachvollziehbar? Wir überprüfen das anhand ausgewählter Verbindungen. (Vergleich Netz 2016/ Netz 2018)

  • Remseck – Hauptbahnhof 26 Minuten statt 30 Minuten (29 Minuten 2015 mit der U14)
  • Remseck – Rotebühlplatz bleibt bei 36 Minuten
  • Remseck – Rathaus 35 Minuten statt 40 Minuten
  • Remseck-  Charlottenplatz 29 Minuten statt 37 Minuten
  • Remseck – Schloßplatz 28 Minuten statt 36 Minuten
  • Mühlhausen – Hauptbahnhof 19 Minuten (U12) oder 33 Minuten (U14) statt 24 Minuten (23 Minuten 2015 mit der U14)
  • Mühlhausen – Rotebühlplatz 28 Minuten statt 30 Minuten
  • Mühlhausen – Rathaus 25 Minuten statt 34 Minuten
  • Mühlhausen – Charlottenplatz 22 Minuten (U12) bzw 25 Minuten (U14) statt 31 Minuten
  • Mühlhausen – Schloßplatz 21 Minuten statt 30 Minuten

8 Minuten schneller zum Schloßplatz, das ist schon was. Dies kommt daher, dass die U12 eine Talquerlinie ist und man nicht mehr zum Schloßplatz umsteigen muss, wenn man die U12 aus Remseck, die über Mühlhausen, Münster, Hallschlag und das Europaviertel fährt, nutzt.

Die lange Fahrzeit von Remseck und Mühlhausen zum Charlottenplatz und zur Haltestelle Rathaus im Netz 2016 ist der Baustelle geschuldet (Sperrung zwischen Staatsgalerie und Charlottenplatz), aber natürlich ist es schon von Vorteil, jetzt umsteigefrei zum Charlottenplatz gelangen zu können.

Die Haltestelle Hauptbahnhof hingegen war bisher mit der U14 umsteigefrei und ohne Umweg über die Innenstadtschleife aus Richtung Remseck angebunden, daher fallen die Fahrzeitgewinne zum Hbf nicht so beeindruckend aus.

Vergleicht man nur die durchgehenden, also die umsteigefreien Relationen, kann man feststellen, dass die bisherige U14, die aus Remseck und Mühlhausen kommend über Wilhelma und Stöckach zum Hauptbahnhof fuhr, nicht wesentlich langsamer war als die neue U12. Nur weil nun mehrere Jahre das Teilstück zwischen Staatsgalerie und Hauptbahnhof unterbrochen und gesperrt wird, verlängert sich die Reisezeit auf der U14 zum Hauptbahnhof derart, dass die U12 sehr attraktiv erscheinen muss.

Letztlich fragt man sich, ob die jahrelangen teuren Baumaßnahmen der U12 mit schwierigen Tunnelstücken wirklich erforderlich waren, oder ob man die Kapazitätsprobleme der Stadtbahn nicht auch hätte anders lösen können. Betrachtet man die teilweise recht ungünstigen Umsteigebeziehungen auf anderen Linien im Netz 2018, kann man auf die Idee kommen, dass die U12 zulasten der anderen Linien bevorzugt wurde, um die hohen Kosten als gerechtfertigt erscheinen zu lassen.

Einladung der SSB zur U12 bis nach Remseck

 

U2 im Netz 2018 – was ändert sich?

Der Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2017 bringt für verschiedene Stadtbahnlinien in der Innenstadt Veränderungen. Wir besprechen nun die Linie U2.

Die U2 kehrt ab 10.12.2017 wieder auf ihre angestammte Linienführung von Neugereut über Cannstatt Wilhelmsplatz, Charlottenplatz, Rotebühlplatz, Berliner Platz nach Botnang zurück. Damit besteht wieder eine direkte umsteigefreie Verbindung aus Botnang zum Charlottenplatz.

Die Erreichbarkeit des Hauptbahnhofs von Botnang aus wird durch die Linie U29 sichergestellt, allerdings nur zu eingeschränkten Uhrzeiten (Link zum Aushangfahrplan). Daher werden viele Fahrgäste aus Botnang und dem Vogelsang umsteigen müssen, wenn sie zukünftig zum Hauptbahnhof wollen.

Fahrpläne der Linien U2 und U29 sowie weiterer Linien finden Sie hier.

Fahrgäste aus Botnang, die bisher am Hauptbahnhof Richtung Pragsattel umgestiegen sind, müssen, wenn sie nun am Charlottenplatz in die nördlich fahrenden Talquerlinien umsteigen, mit einer Verlängerung ihrer Reisezeit rechnen. (6 Minuten mehr bei einer Fahrt vom Herderplatz zum Pragsattel beispielsweise).

Da die U2 nun auch wieder über den Rotebühlplatz fährt, kann man dort auch in die S-Bahn umsteigen und auf diese Weise nach Vaihingen, Hauptbahnhof, Bad Cannstatt und zu weiteren Zielen weiterreisen.

Wer mit der U2 aus Richtung Cannstatt kommend zum Hauptbahnhof möchte, kann ab der Haltestelle Neckartor zu Fuß gehen oder am Charlottenplatz umsteigen. Für die Strecke Cannstatt Wilhelmsplatz zum Hauptbahnhof brauchte man mit der Stadtbahn im Netz 2016 nur 9 Minuten; im Netz 2018 mit Umstieg am Charlottenplatz 17 Minuten. Mit der S-Bahn allerdings ist die reine Fahrzeit 4 Minuten, wobei man natürlich noch die zusätzlichen Fußwege zum und im Bahnhof berücksichtigen sollte.

 

U9 im Netz 2018 – was ändert sich?

Der Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2017 bringt für verschiedene Stadtbahnlinien in der Innenstadt Veränderungen. Wir besprechen heute die Linie U9.

Die Linie U9 fuhr 2015 von Hedelfingen zum Vogelsang, manchmal weiter bis Botnang. Sie fuhr über Hauptbahnhof und Berliner Platz. Im Netz 2016 konnte die Linie U9 weiterhin so fahren, von der Sperrung zwischen Staatsgalerie und Charlottenplatz war sie nicht betroffen.

Im Netz 2018 wird die Linie U9 über den Charlottenplatz geführt. Sie fährt die Haltestelle Hauptbahnhof/ Arnulf-Klett-Platz nicht mehr an. Wer aus Stuttgart – Ost zum Hauptbahnhof möchte, kann Neckartor aussteigen und zu Fuß gehen oder am Charlottenplatz in die Talquerlinien umsteigen.

Im Netz 2018 fährt die Linie U9 nicht mehr in den Stuttgarter Westen (Vogelsang/ Botnang), sondern in den Süden. Die Linie U9 bedient die Haltestellen Österreichischer Platz, Marienplatz, Erwin-Schöttle-Platz, Bihlplatz, Südheimer Platz und Heslach Vogelrain. Sie ersetzt damit auf diesem Abschnitt die Linie U21, die während des Netzes 2016 Heslach mit dem Charlottenplatz verband.

Wer bisher von Hedelfingen nach Botnang in der Hauptverkehrszeit in 35 Minuten durchfahren konnte, wird nun inclusive Umstieg 45 Minuten brauchen. Entsprechend von zum Beispiel Raitelsberg zur Schwab/ Bebelstraße statt 13 Minuten nun 20 bis 24 Minuten, weil die Umsteigebeziehungen im neuen Fahrplan schlecht gelöst sind. Bei einem 10-Minuten-Takt sind 9 Minuten Wartezeit auf die passende Anschlußbahn einfach eine Zumutung.

(VVS Fahrplanauskunft für den 12.12.2017)

(VVS Fahrplanauskunft für den 24.11.2017)

Die neuen Fahrpläne der Linien U9 sowie weiterer Linien finden Sie hier.

U14 im Netz 2018 – was ändert sich?

Der Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2017 bringt für verschiedene Stadtbahnlinien in der Innenstadt Veränderungen. Wir besprechen heute die Linie U14.

1. Die Linie wird verkürzt. Sie fährt nicht mehr bis Remseck – Neckargröningen, sondern nur noch bis Mühlhausen.

2. Die Linie wird geteilt. Sie fährt als U14 von Mühlhausen zum Hauptbahnhof; der Abschnitt in Stuttgart – Süd wird von der Linie U34 bedient, die vom Südheimer Platz zum Vogelsang (Stuttgart – West) fährt.

3. Die Linie wird umgeleitet. Wegen der Stuttgart 21 – Baustelle zwischen der Haltestelle Staatsgalerie und der Haltestelle Hauptbahnhof/ Arnulf-Klett-Platz fährt die Linie U14 nun über die Innenstadtschleife (Charlottenplatz – Rotebühlplatz – Berliner Platz) zum Hauptbahnhof.

Die Fahrzeit vom Hauptbahnhof zur Wilhelma verlängert sich deutlich von 9 auf 19 Minuten, aber immerhin muss man auch zukünftig für diese Relation nicht umsteigen. Wer zukünftig von Remseck nach Bad Cannstatt will, muss dagegen umsteigen und braucht 5 bis 6 Minuten länger.

Fahrpläne der Linien U14 und U34 sowie weiterer Linien finden Sie hier.

Wer bisher zwischen Staatsgalerie und Hauptbahnhof ein Kurzstreckenticket nutzte, kann dies mit der Linie U14 weiterhin tun. Es gilt auch auf dem Umweg über die Innenstadtschleife. Ebenso ist dies möglich für die Strecken

  • Stöckach – Hauptbahnhof
  • Neckartor – Hauptbahnhof
  • Neckartor – Börsenplatz
  • Staatsgalerie – Börsenplatz
  • Staatsgalerie – Berliner Platz/ Liederhalle
  • Hauptbahnhof/ Stöckach
  • Hauptbahnhof – Neckartor
  • Börsenplatz – Neckartor
  • Börsenplatz – Staatsgalerie
  • Berliner Platz/ Liederhalle – Staatsgalerie,

denn diese Strecken waren 2015, also vor den Netz 2016 und Netz 2018 genannten Umleitungen innerhalb 3 Haltestellen ohne Umstieg erreichbar.

Hier noch die Mitteilung der SSB zu den Änderungen der U14 ab 10.12.2017:

Ab Sonntagmorgen mit Betriebsbeginn dann nimmt die U14 vorläufig nicht mehr den gewohnten Weg über Staatsgalerie, Hauptbahnhof und Berliner Platz nach Heslach, sondern fährt in der umgekehrten Reihenfolge über Staatsgalerie, Charlottenplatz und Berliner Platz zum Hauptbahnhof. Dort wendet die U14 und fährt auf dem gleichen Weg wieder Richtung Remseck. Den Anschluss Richtung Marienplatz und Heslach vermitteln andere Linien.

 

 

…damit Sie frühzeitig informiert sind

Die SSB hat auf der Startseite ihrer Internetpräsenz eine Rubrik, die die Kunden über bevorstehende Baustellen und damit verbundene Beeinträchtigungen informiert.

Klickt man das an (Stand 15.11.2017), endet der Zeitplan der Baustellen seit Monaten am 9.12.2017 (Gleisbauarbeiten Hallschlag U12). Wie wenn es ab 10.12. 2017 keine Baustellen mehr gäbe! (geplante Bauarbeiten im Netz der SSB)

Es wird ab 10.12.2017 allerdings eine Riesenbaustelle geben, und zwar die Unterbrechung der Verbindung zwischen der Haltestelle Staatsgalerie und der Haltestelle Hauptbahnhof/ Arnulf-Klett-Platz, welche mehrere Jahre dauert. (Die damit verbundenen Umleitungen nennt die SSB „Netz 2018“. )

Die SSB begründet diese Baustelle mit „Arbeiten zur Instandhaltung der Gleise oder Erweiterung des Nahverkehrsangebots mit neuen Stadtbahnstrecken“. Dies trifft aber genau auf die oben genannte Baustelle nicht zu, denn die Verlegung bestehender Stadtbahnstrecken wegen des Baus eines Fernbahn-Tiefbahnhofs ist eben keine Erweiterung des Angebots, und für eine pure Instandhaltung der Gleise muss man auch eine Strecke nicht jahrelang sperren.

„Stuttgart 21“ wird übrigens bei der SSB im Zusammenhang mit der Einführung von „Netz 2018“ nur sehr unauffällig erwähnt, obwohl es die einzige Ursache für diese Umleitungen ist. (SSB)

Auch die U12, deren Linienführung die SSB als großen Fortschritt anpreist, hat mit Finanzierungstricks bei Stuttgart 21 zu tun und wurde mitsamt der neuen Haltestelle am Milaneo am Bedarf vorbei geplant.

Man sieht also, dass die SSB versucht, möglichst wenig über die Stuttgart 21-Baustelle zu verlautbaren und ihre Schwierigkeiten und die der DB bei den Zeitplänen der Tunnelbaustellen zu verschweigen.

(SSB, Stand 15.11.2017)

 

wann soll die neue Haltestelle Staatsgalerie fertig sein?

Wann wird die neue Haltestelle Staatsgalerie fertig sein?

(Update vom  Juni 2018 am Ende des Textes)

Die SSB macht derzeit ihr Konzept Netz 2018 bekannt, also die Umleitungen der Stadtbahnlinien, wie sie ab Dezember 2017 gelten. Dieser Zustand, so wird kommuniziert, dauere minderstens 24 Monate, also zwei Jahre. Demnach wird frühestens 2020 die Strecke zwischen Haltestelle Staatsgalerie und Haltestelle Arnulf-Klett-Platz wieder für Stadtbahnen ohne Umweg befahrbar sein. Ist das nachvollziehbar?

Nun ist es ja so, dass wegen der Umplanungen der SSB, die im März 2017 bekanntgeworden sind, die Tunnelstücke aus Richtung Neckartor und Hauptbahnhof zunächst wieder an die alte Haltestelle Staatsgalerie angeschlossen werden. (Präsentation der DB/SSB vom März 2017 hier.) Dies ist nur sinnvoll, wenn die neue Haltestelle bis zu diesem Zeitpunkt sicher noch nicht fertig ist und die alte provisorische Haltestelle noch eine ganze Weile gebraucht wird. Voraussichtlich wird also ab 2020 weitere Monate oder Jahre die alte Haltestelle Staatsgalerie weiter in Betrieb sein müssen. Dem Tiefbahnhof liegt allerdings die alte Haltestelle im Weg, sie muss also abgerissen werden, um den Tiefbahnhof fertigzubauen. Dies klingt sehr verwirrend und sollte von DB und SSB dringend den interessierten Bürgern erklärt werden.

Ein weiteres Indiz für Probleme mit dem Zeitplan ist der Nesenbachdüker, welcher in großer Tiefe unter dem neuen Tiefbahnhof hindurchgeführt werden muss. Ursprünglich sollte er 2014 fertig sein. Damals war noch nicht einmal damit begonnen worden. Zeitungsleser erfuhren im März 2017

„Unter dem Ansatz der derzeitigen Terminpläne der Stuttgarter Straßenbahnen AG und der DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH wird der neue Düker Nesenbach 2020 in Betrieb genommen.“

so Projekt-Pressesprecher Michael Deufel zitiert in Kontextwochenzeitung vom 5.4.2017. Problem ist, dass die Tunnelabschnitte zwischen Staatsgalerie und Arnulf-Klett-Platz dermaßen mit sowohl dem alten Nesenbachkanal als auch mit dem neuen Nesenbachdüker verschachtelt sind, dass es nicht vorstellbar ist, dass die Stadtbahnlinien in diesem Bereich wieder in Betrieb gehen können, bevor nicht der Düker funktioniert und der alte Kanal abgerissen ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie auf diesen Grafiken (DB 2017 und DB 2013) zu erkennen ist, führt einer der neuen in den kommenden Jahren zu bauenden Stadtbahntunnel über den Nesenbachdüker, das andere unter ihm hindurch. Und jegliche auftretenden Probleme bei den Bauarbeiten werden die Normalität beim Stadtbahnverkehr in der Stuttgarter Innenstadt weiter hinausschieben.

Nachtrag zur Kommunikation der SSB:

Bis September 2017 war auf der Homepage der SSB folgendes zu lesen:

Beginn 2014, Bauzeit Ende 2019.

 

 

 

 

Im Januar 2014 hatte ein Mitarbeiter des SSB im Bezirksbeirat Mitte noch behauptet, die neue Haltestelle Staatsgalerie sei 2017 fertig. So las man es auch in der Zeitung.

Aktuell bestreitet die SSB, jemals einen früheren Termin als 2018 für die Inbetriebnahme der neuen Haltestelle Staatsgalerie genannt zu haben.

Update Dezember 2017: Die SSB bestätigt, dass die neue Haltestelle Staatsgalerie laut Planung 2014 Anfang 2017 in Betrieb gehen sollte.

Update Juni 2018:

Interessierte erfuhren bei einer Infoveranstaltung von DB und SSB im Juni 2018, dass die neue Haltestelle „hoffentlich“ Mitte 2020 fertiggestellt sei. Die Verbindung zum Hauptbahnhof, die seit Dezember 2017 unterbrochen ist, wird voraussichtlich bis Ende 2022 dauern, also insgesamt 5 Jahre.

Feinstaubsaison – Tagestickets günstiger

Vom 16. Oktober 2017 bis 15. April 2018 (Feinstaubsaison) gilt folgendes:

Das sogenannnte UmweltTagesTicket ist gegenüber normalen Tagestickets deutlich ermäßigt. Es gilt für die gewählte Zonenanzahl im gesamten VVS-Netz. Das Land Baden-Württemberg unterstützt den VVS finanziell, damit dieser dieses Ticket anbieten kann. Es soll Autofahrer ermuntern, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Natürlich können auch bisherige ÖPNV-Nutzer, die kein Abo haben, davon profitieren.

VVS Preisstufen UmweltTagesTicket 2017

(Quelle: vvs)

Dieses Ticket gilt an allen Tagen im oben genannten Zeitraum, nicht nur an Feinstaubalarmtagen. Es ist nur als Einzelticket, nicht als Gruppenticket erhältlich.

Einnahmeausfälle durch das UmweltTagesTicket:

Der VVS rechnet für das halbe Jahr durch die billigeren Tagestickets mit bis zu vier Millionen Euro weniger Einnahmen, das Land wird die Hälfte davon ausgleichen.

(STZ)

Preiskalkulation:

Das Ticket kostet dabei nicht mehr als eine Hin- und Rückfahrt der günstigeren Zone. Abo-Kunden, die täglich mit dem VVS fahren, sind mit ihrem ZeitTicket trotz dieser Ermäßigung aber immer preiswerter unterwegs.

Stadt Stuttgart

 

Netz 2018 – der Flyer

Der Flyer der SSB zum Netz 2018 liegt jetzt vor. Wir analysieren.

  • Die Haltestelle Hauptbahnhof/ Arnulf-Klett-Platz wird im Netz 2018 von den Linien U1, U2 und U9 nicht mehr angefahren, und von der Linie U14 nur mit einem beachtlichen Umweg über die Innenstadtschleife. Der Flyer der SSB hebt hervor, welche Linien die Haltestelle Hauptbahnhof/ Arnulf-Klett-Platz anfahren. Dies sind: die Talquerlinien U5, U6, U7, U12 und U15, ferner die Linie U29 vom Vogelsang, die U14 aus Mühlhausen und der Veranstaltungsverkehr U11.
  • Es wird eine Busverbindung vom Berliner Platz zum Pragsattel geben, indem die Linie 43 vom Killesberg dorthin verlängert wird. Für Fahrgäste, die Zeit haben und bei der kurvigen Strecke die Aussicht genießen, eine gute Idee. Das Problem, das dahinter steckt: es fahren weniger Linien als im Netz 2016 vom Berliner Platz zum Hbf (nur noch die Linien U29 und U14), und die Talquerlinien sind vom Charlottenplatz her kommend schon gut gefüllt mit Fahrgästen, die dort umgestiegen sind.
  • Aus Stuttgart-Süd (Heslach, Vogelrain und Kaltental) kann der Hauptbahnhof nicht mehr umsteigefrei erreicht werden. Umsteigen kann man am Charlottenplatz, wenn man mit der Linie U9 kommt oder man kann ab Rotebühlplatz/ Stadtmitte in die S-Bahn zum Hauptbahnhof umsteigen, wenn man die U34 nimmt. Am Rotebühlplatz ist auch ein Umstieg in die U14 möglich, was aber nur bei einer günstigen Taktfolge sinnvoll ist.
  • Fahrgäste aus Bad Cannstatt werden auf den dortigen Bahnhof verwiesen, an welchem drei S-Bahnlinien und mehrere Regionalzüge halten.
  • Für Stadtbahnen aus Bad Cannstatt und aus Stuttgart-Ost gilt: Umsteigemöglichkeiten Richtung Hauptbahnhof gibt es am Charlottenplatz (U1, U2, U4, U9 U11 und U14) in alle Talquerlinien und am Rotebühlplatz/ Stadtmitte zu allen S-Bahnen. Kurioserweise weist die SSB wieder darauf hin, dass man vom Neckartor aus durch den Park und über die Baustelle den Hauptbahnhof fußläufig erreichen kann. Dies soll vielleicht die eh schon vollen Stadtbahnzüge entlasten und den Reisenden eine Zeitersparnis bringen. Aber wer will schon bei Nacht oder schlechtem Wetter oder mit Gepäck diesen Fußweg machen?
  • „Einzelne Fahrten können bis zu drei Minuten länger dauern“, schreibt die SSB im Flyer. Die ist sehr optimistisch formuliert. Ist ein zusätzlicher Umstieg erforderlich, dauert es erfahrungsgemäß deutlich länger, und auch die Fahrt der U14 über die Innenstadtschleife bringt sicher eine Fahrzeitverlängerung von mehr als 3 Minuten. Genaueres wird sich zeigen, wenn die Fahrpläne vorliegen.
  • Wann die neue Haltestelle Staatsgalerie in Betrieb genommen werden kann, erwähnt der Flyer wohlweislich nicht. Hier gibt es erhebliche Verzögerungen bei den Bauzeitenplänen der DB und der SSB.

Fazit: der Hauptbahnhof wird für mehrere Jahre für Stadtbahnkunden schlechter erreichbar sein. Der Charlottenplatz mit seiner unübersichtlichen Wegeführung nimmt an Bedeutung zu. Der Bereich um den Gebhard-Müller-Platz ist von Baustellen komplett eingekreist und für Stadtbahnnutzer, Autofahrer, Radfahrer und insbesondere für Fußgänger eine große Zumutung. Ebenso für die kulturellen Einrichtungen, die dort angesiedelt sind. Da sich die Verlegung der B14 in diesem Bereich noch bis lange nach der Fertigstellung von Stuttgart 21 hinziehen wird, ist vorerst keine Besserung dieser Situation in Sicht.

„ein Projekt und seine Konsequenzen“

Beim Fahrplan, der ab Dezember 2017 für die Stadtbahnen gelten soll (Netz 2018), gibt es mehrere Linien, die am Hauptbahnhof/ Arnulf-Klett-Platz enden werden. Dies betrifft nur die Tallängslinien, also die Linien, die Stuttgart-Ost, Fellbach und Bad Cannstatt mit Heslach, Stuttgart-Vaihingen und Stuttgart-West verbinden.

Wenn die Sperrung zwischen der Haltestelle Staatsgalerie und Hauptbahnhof/ Arnulf-Klett-Platz beginnt, führen alle Linien vom Neckartor kommend wieder über die Haltestellen Charlottenplatz und Rathaus (Linie, 1,2,4, 9 und 14).

Es gibt ferner mit dem Netz 2018 eine neue Linie im Innenstadtbereich, die weder den Charlottenplatz noch den Hbf berührt (Linie U34) und zwei Linien (außer der U11), die am Hauptbahnhof vom Berliner Platz kommend enden: U29 von Botnang/ Vogelsang und U14 (aus Richtung Mühlhausen und Wilhelma). Es wäre wünschenswert gewesen aus Sicht der SSB und der Bewohner aus Stuttgart-Süd/ Heslach, weitere Linien am Hauptbahnhof enden zu lassen. Dies sei aber wegen fehlender Wendemöglichkeiten beim Betrieb der U11, die ja auch am Hbf enden und wenden wird, nicht möglich.

Interessant ist nun, dass die SSB selbst vor einigen Jahren, als Stuttgart 21 schon in Planung war und die Auswirkungen auf das Stadtbahnnetz ebenfalls bekannt waren, auf ihrer Homepage folgendes schrieb:

Beispielsweise würde es niemandem einfallen, die Stadtbahnlinien von außen kommend am Hauptbahnhof durch Kehrgleise enden zu lassen.

Genau dies muss die SSB nun tun: drei der Tallängslinien werden dort enden und wenden müssen, die restlichen werden am Hauptbahnhof vorbeigeführt. Allerdings dachte man damals noch, dass die Stadtbahnbaumaßnahmen, die eine Folge der Trassierung des Tiefbahnhofs sind, ohne Sperrungen auskommen würden:

Die Änderungen der Stadtbahnanlagen müssen unter Aufrechterhaltung des Betriebs durchgeführt werden.

Man kann erkennen, dass die SSB sich mit ihren Planungen von Anfang an den Erfordernissen der Megabaustelle Tiefbahnhof untergeordnet hat und es immernoch tut. Verbesserungen im Stadtbahnnetz an den Außenästen bringen zwar mehr Fahrgäste, wegen welchen man dann in der Innenstadt allerdings an Kapazitätsgrenzen kommt. Die derzeitigen Stadtbahnbaumaßnahmen in der Innenstadt sind bedingt durch Stuttgart 21 und verlegen nur Strecken, die den Bahntunneln im Weg sind. Sie werden noch mehrere Jahre dauern und noch viele Umstände mit sich bringen, von denen man in den 90er Jahren nicht geträumt hat.

Hier der Link zum SSB-Dokument (Ein Projekt und seine Konsequenzen).

 

 

 

Wenn Umleitungsstrecken fehlen

In Stuttgart im Bereich Schlossstraße/ Büchsenstraße ist am Montag, den 4.9.2017 ein Taxi mit einer Stadtbahn kollidiert STZ. In der Folge kam der Stadtbahnverkehr durcheinander, fünf Linien mussten unterbrochen werden (U1, U2, U4, U 9 und U14); nur noch zwei Linien fuhren aus Richtung Osten bis Hauptbahnhof, weitere endeten am Neckartor oder noch früher. Dies dürfte an den eingeschränkten Wendemöglichkeiten gelegen haben.

Hier sieht man, dass es sofort viel größere Beeinträchtigungen des Verkehrs gibt, wenn keine Umleitungsstrecke vorhanden ist. Wäre das Teilstück zwischen Staatsgalerie und Charlottenplatz befahrbar gewesen, hätte man alle betroffenen Linien über diese Strecke umleiten können. Keine Unterbrechung der Linien wäre wegen dieses Unfalls erforderlich gewesen.

Richten wir den Blick kurz auf die Sperrung im Bereich Rastatt, der zur Zeit den Nah- und Fernverkehr und europaweit den Güterverkehr massiv beeinträchtigt. Auch hier ist das Problem, dass keine geeigneten Umleitungsstrecken vorhanden sind, teils durch jahrzehntelange Fehlplanung der Verkehrspolitik, teils durch ungeschickte Terminierung von Bauarbeiten auf möglichen Ausweichstrecken. Vorausschauende Verkehrsplanung muss so etwas bedenken (dvz), und außerdem ist dringend zu empfehlen, risikoreiche Baumaßnahmen wenn möglich durch zum Beispiel einfachere Trassenführung zu vermeiden. (alternative Planung Rastatter Tunnel)

Und Stuttgart 21? Der unterirdische Tunnelring unter der Stadt, bei welchem es keine Wendemöglichkeiten gibt, bei dem nicht mal in alle Richtung ein- und ausgefahren werden kann, würde höchst anfällig sein für Störungen. Bisher hat die DB kein überzeugendes Konzept für mögliche Umleitungen und Ausweichstrecken vorgelegt, wahrscheinlich weil es keines gibt.

Weitere Grafiken und Überlegungen zum Tunnelring unter Stuttgart hier .