Aktuelles

Wie läuft’s am Berliner Platz?

Leserbericht: Beobachtungen am Berliner Platz am ersten Tag von Netz 2016:

Man merkte, daß Ferienzeit war. Der Verkehr am Berliner Platz verlief am Nachmittag relativ störungsfrei. Allerdings mußten PKW mehrfach lange an der Ampel warten (bis ca. 4,5 Minuten)! Auch die Linien U1, U14 und U2 hatten stadteinwärts vereinzelt Wartezeiten bis 2 Minuten, was daher kam, daß sich Stadtbahnzüge vor der Haltestelle Hohe Straße stauten.

IMG_2494Interessant wird es, wenn ab 30.5.2016 wieder der normale Berufsverkehr unterwegs ist, Pendler, Schüler, Leute, die es eilig haben, Fahrgäste, die Anschlüsse brauchen. Dann wird man sehen, ob der Berliner Platz die Belastung durch zusätzliche Bahnen und Linien wirklich verkraftet, ob der Takt gehalten werden kann und wie sehr der Autoverkehr durch die ständig querenden und abbiegenden Stadtbahnen ausgebremst wird.

Wenn auch noch die Linie 11 in beiden Richtungen über den Berliner Platz verkehrt, wird es richtig eng.

Noch mehr zur Kapazität des Berliner Platzes hier

Irritierte Fahrgäste am Rotebühlplatz

Ein Leserbeitrag zu Beobachtungen am Tag 1 des Netzes 2016:
Die drei meistgelesenen Artikel der Stuttgarter Zeitung am Mittwoch handeln vom VfB.  Die schönste Nebensache der Stuttgarter. Dem gegenüber dürfte aber „Netz2016“ alltägliches Hauptthema für die vielen Teilnehmer des ÖPNV sein, denen seit gestern ein weiterer Verkehrs-Chaos-Faktor zugemutet wird. Berichtet wird in der Stuttgarter Zeitung „Bahn trotz neuem Fahrplan pünktlich.“ Ja, so was?! Ein Fahrplan sollte ganz selbstredend fahrbar, also verlässlich und pünktlich sein! Aber wie sieht es aus auf den Bahnsteigen und in den Bahnen?
Wie geht es am 17.5.2016, am ersten Tag nach der Umstellung auf den neuen Fahrplan am Rotebühlplatz zu? Die Station ist schon ohne Linienänderung unübersichtlich, jetzt aber erst recht Verwirrung stiftend. Aber weit und breit keine angekündigte gelbe Weste eines SSB-Info-Menschen zu sehen. Dafür umso mehr fragende Blicke der Fahrgäste.  Man schaut auf Anzeigen, Pläne, einfahrende Bahnen und sucht den Blickkontakt zu anderen irritierten Fahrgästen. Eine Frau spricht nach längerem Zögern einen Wartenden neben mir an; es geht um eine Fahrt zum Stöckach. Der Mann gibt Auskunft- allerdings allerdings eine falsche. Er war wohl ziemlich verwirrt aufgrund der angezeigten ungewohnten Linien („wieso fährt die U1 hier?“).  Ich mische mich ein und rate zu U1 oder U14. Neben uns schimpft eine Frau über den Anlass des Durcheinanders, Milliardengrab S21.
In der Bahn dann lausche ich den Gesprächen unter den Fahrgästen. „Anschluss verpasst“, „Umleitungen irgendwann endlich gefunden“, „Termin versäumt“. Wenn so viele Menschen sich wegen der Stadtbahnumwege nicht mehr im Netz zurechtfinden, sind Jubelmeldungen der Zeitung nicht angebracht. Denn was nützt einem die Pünktlichkeit einer einzelnen Bahn, wenn der gesamte Reiseweg mit dem eigenen Zeitplan nicht mehr zusammenpaßt.

Unklarheiten zum Kurzstreckentarif

Zum Thema Kurzstreckentarif, in welchen Fahrzeugen und für wie viele Haltestellen, bei wievielen Umstiegen und wie lange er im Netz 2016 gilt, gibt es Unklarheiten. Daher möchte „unsere-stadtbahn“ keine Verwirrung stiften und wartet bis zu einem neuen Beitrag ab, bis VVS und SSB sich geeinigt und offiziell geäußert haben. (der Beitrag vom 18.5.2016 wurde entfernt.)

Der Linienplan im Kopf

„Mental map“ ist ein Begriff aus der Wahrnehmungsgeographie, der das beschreibt, was fast jeder von seinem Ort, seiner Stadt hat, nämlich eine subjektive Karte im Kopf. Einen Plan, der ihm hilft, sich in seiner Stadt zu orientieren. Auch Stadtbahnnutzer können sich einen mehr oder weniger groben Linienplan vorstellen mit den Linien, die sie regelmäßig nutzen und mit für sie wichtigen Umsteigepunkten. Durch eine Netzumstellung, wie die SSB sie gerade durchführt, letztmals 2011 durchgeführt hat und 2017 nochmals durchführen will, kommen diese Karten im Kopf durcheinander, müssen neu gelernt werden, brauchen Zeit, um sich einzuprägen. Keine Frage, die meisten Fahrgäste werden das schaffen mit der Zeit. Aber man sollte das nicht unterschätzen, die Irritationen, die es hervorruft, wenn die vertraute Stadtbahnlinie nicht mehr die gewohnte Strecke nimmt. Die Überlegungen, die man anstellen muß, um eine gute Alternativverbindung zu finden. Den Aufwand, den man hat, um sich Auskunft zu holen und das Misstrauen, ob die Auskunft auch stimmt. Ein Stadtbahnnetz, das über die Jahre stabil bleibt und nur an der einen oder anderen Stelle ausgebaut oder verlängert wird, gibt den Kunden das Gefühl von Zuverlässigkeit. Ein Netz, dessen Linien alle paar Monate anders heißen und anders fahren, kann Gelegenheitsnutzer verstören und Stammfahrer verärgern.

Umleitungen mit dem Kurzstreckenticket

Ein VVS-Kurzstreckenticket galt bislang bei S-Bahnen 1 Station (wenn weniger als 5 km), bei Bussen und Stadtbahnen bis zur dritten Haltestelle, allerdings ohne Umsteigen. Durch eine Kulanzregelung der SSB wird das Kurzstreckenticket ab 17.Mai 2016 (Netz 2016) auch dann gelten, wenn man umleitungsbedingt (also wegen der Streckensperrungen wegen Stuttgart 21) mehr als drei Haltestellen mit der Stadtbahn zurücklegt, um sein Ziel zu erreichen, und auch, wenn man dabei umsteigen muß. Klingt einfach, ist es aber nicht. Die Regelung hat ihre Tücken, denn die SSB-Automaten, an denen viele Fahrgäste ihre Tickets holen, können diese neuen Möglichkeiten nicht berücksichtigen. Die Online-Fahrplanauskunft kann es seit wenigen Tagen, aber dort sind noch Fehler im System. So wird, wenn man für eine umleitungsbedingt erweiterte Kurzstreckenfahrt zweimal umsteigt, der normale 1-Zonentarif berechnet, wenn man nur einmal umsteigt, kostet es Kurzstrecke. Für Kunden, die ursprünglich ohne Umsteigen drei Haltestellen weit fahren konnten, die jetzt ein Vielfaches an Zeit dafür brauchen, werden auch noch wegen unklarer Ticketpreise irregeführt. Da müßte man doch glatt überlegen, zu Fuß zu gehen, wenn nicht ausgerechnet das auch mit größeren Umständen verbunden wäre. Denn durch die Baustellen in der Stuttgarter Innenstadt kommt man auch zu Fuß nicht wirklich gut durch. Kurioserweise hat die Online-Fahrplanauskunft, wenn man die Option „schnellste Verbindung“ als Ersatz für eine ehemalige Kurzstrecke eingibt, folgenden Ratschlag parat: ein kurzes Stück Stadtbahn zum 1-Zonen-Tarif und einen längeren Fußweg. Dies deshalb, weil das System nur die Zeit, die man sich im’Transportgefäß‘ befindet, als Reisedauer berechnet.

Von Botnang zum Charlottenplatz und zurück

Ein Leserbeitrag zur Sperrung des Berliner Platzes am Pfingstsamstag und -sonntag 2016

Seit Monaten kündigt die SSB ihr „Netz 2016“ an: Auf Plakaten, Flyern und mit Durchsagen werden die Fahrgäste darüber informiert, dass es ab 17. Mai 2016 gravierende Änderungen im Stadtbahnnetz durch die Sperrung der Strecke Charlottenplatz – Staatsgalerie geben wird. Doch das Stadtbahnchaos begann schon heute, am 14. Mai – 3 Tage früher als erwartet!

Viele nichtsahnende Fahrgäste wurden heute davon überrascht, dass sie mit der U2 von Botnang nur bis zur Schwab-/Bebelstaße fahren konnten und dann zum Aussteigen aufgefordert wurden. Die Verwunderung war allseits groß, denn die SSB hatte ja stets als Beginndatum den 17. Mai angegeben.
Dass 3 Tage früher nun schon der Berliner Platz komplett für den Stadtbahnverkehr gesperrt wurde – diese Information wurde von der SSB nicht genug publik gemacht. Dies stand auch nicht auf den Flyern oder Plakaten. Warum eigentlich nicht?

Die Rückfahrt: Am Schlossplatz fuhr ein Bus ab, der lediglich die Aufschrift „Ersatzverkehr“ trug. Man wusste nicht, wofür dies ein Ersatz sein sollte oder wo er hinfährt. So fuhr ein fast leerer Bus vom Schlossplatz über den Hbf. bis zur Schwab-/Bebelstraße, wo man dann zum Umsteigen in die U2 nach Botnang aufgefordert wurde. Schön wäre es gewesen, wenn dieser Ersatzbus und die Stadtbahn dort wenigstens aufeinander abgestimmt worden wären. Aber natürlich war es so, dass die Bahn gerade abfuhr, als die Fahrgäste aus dem Bus ausstiegen….

Danke, SSB, für diesen chaotischen Tag! Sie hätten die Fahrgäste mal schimpfen hören sollen. Und weil’s so schön war, gibt’s morgen das Ganze nochmal.

Gleisbauarbeiten am Berliner Platz

Von 14.-15 Mai 2016 wird die gesamte Kreuzung Berliner Platz für den Stadtbahnverkehr gesperrt, die Fahrleitung wird abgeschaltet. Jetzt schon wieder Bauarbeiten an dieser Stelle? Im Juli 2014 wurden dort bereits Weichen ausgetauscht, und an Pfinsten 2015 fanden ebenfalls Weichenerneuerungen statt.

Klar ist, daß diese Kreuzung, an der bislang schon Stadtbahnen aus vier Richtungen verkehren, ab 17.5.2016 noch deutlich stärker belastet werden wird und daß während der Zeit der Umleitungen zusätzliche Sperrung und Umleitungen nicht möglich sind. Es ist aber auch denkbar, daß es Probleme mit der Gleisgeometrie gibt oder mit dem Untergrund durch die Belastung durch die schweren Stadtbahnen.

Daß der Weichenumbau am Berliner Platz 2014 mit S21 zu tun hat, wurde von der SSB in einer Infoveranstaltung bestätigt, wenig später jedoch dementiert. Jedenfalls ist für häufige Stadtbahnnutzer zu beobachten, daß die Bahnen regelmäßigsehr langsam über die Kreuzung Berliner Platz schleichen, was den Autoverkehr behindert. Wenn noch mehr Linien dort verkehren, steht zu befürchten, daß das nicht besser wird.

Vom Ostendplatz nach Stuttgart-West

Nehmen wir einmal an, ein Fahrgast möchte am 10.Mai 2016 vom Ostendplatz zum Diakonieklinikum (Haltestelle Rosenberg/ Seidenstraße) mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Die Fahrplanauskunft sagt ihm, er brauche dafür reine Fahrzeit 13 Minuten, egal ob er die U4 oder den Bus 42 nimmt. Vermuten wir einmal, er entscheidet sich für die Stadtbahn. Bequemer, klimatisiert, besser zum Lesen geeignet, nicht so stauanfällig wie der Bus, der oft wertvolle Zeit in der Schillerstraße vor dem Hauptbahnhof verliert. Möchte der Fahrgast am 18.Mai 2016 fahren, sieht es anders aus. Da er „schnellste Verbindung“ angeklickt hat, bekommt er nur noch die Busverbindungen angezeigt. Die U4 endet am Neckartor.

So kommt es, daß die SSB in ihrer Pressemitteilung vom 4.5.2016 schreibt:

Denkbar ist, dass aus dem Stuttgarter Osten Verlagerungen von der Stadtbahn zum Bus erfolgen werden. Aus diesem Grund werden das Fahrplanangebot und damit die Kapazität der Linie 42 ausgebaut.

Besteht der Fahrgast jedoch darauf, die gewünschte Strecke weiterhin mit der Stadtbahn zurückzulegen, kann er es in 25 Minuten mit zweimaligem Umsteigen schaffen, laut Fahrplan. Praktisch ist das nicht. Die DB bezahlt der SSB die Taktverdichtung auf der Buslinie 42, weil die DB-Bauarbeiten die Ursache dafür sind, daß die Linie U4 nicht mehr vom Ostenendplatz bis zum Hölderlinplatz durchfahren kann. Eine Taktverdichtung allerdings kann eine Fahrzeitverlängerung wegen baustellenbedingtem Stau nicht verhindern. Beobachten wir also, wie lange der Bus 42 tatsächlich vom Ostendplatz zum Diakonieklinikum braucht. 13 Minuten oder mehr.

 

Der 42er als Busersatzverkehr für die U4?

Der Vorstand der SSB hat im neuen Fahrplan, der ab 17.Mai 2016 gilt, eine Taktverdichtung auf der Linie 42 vorgesehen. Diese Angebotsverbesserung bezahlt die DB. Warum das? Die Linie 42 ist durch die Baumaßnahmen im Bereich Schillerstraße, Staatsgalerie und Abzweigung Landhausstraße jetzt schon so stark betroffen, daß die Pünktlichkeit nicht mehr gewährleistet ist. Obwohl auf dieser Linie Gelenkbusse verkehren, sind die Busse, besonders zu den Hauptverkehrszeiten, sehr voll. Schüler mehrerer Schulen nutzen diese Buslinie. Wenn man jetzt durch die Unterbrechung der Stadtbahnlinie U4 nicht mehr direkt vom Stuttgarter Osten in den Stuttgarter Westen mit der Stadtbahn fahren kann, werden viele Fahrgäste auf die Idee kommen, den eigentlch unbequemeren Bus zu nehmen. Von der Fahrzeit her, die im Fahrplan steht, ist das attraktiv, nicht aber von der tatsächlichen Reisezeit, die oftmals ein Drittel höher liegt. Trotzdem plant die SSB nun, den Takt auf dieser Linie zu verdichten. Für die Fahrgäste erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, daß tatsächlich ein Bus zur vorgesehenen Uhrzeit an der Haltestelle eintrifft. Der Verspätungsaufbau im Stau am Hauptbahnhof dürfte damit allerdings keineswegs behoben sein. Bleibt festzuhalten: Daß die DB die Taktverdichtung bezahlt, deutet darauf hin, daß tatsächlich die DB/SSB-Baumaßnahmen an den Problemen des 42-Busses schuld sind.

Beobachtungen vom November 2016 hier

Probleme mit dem 42er Bus

IMG_2447Selten wird bei dieser Buslinie die im Fahrplan angegebene Fahrdauer erreicht. Vielleicht sonntags, oder wochentags in den Randstunden. An normalen Wochentagen zu normalen Uhrzeiten kann man durchschnittlich ein Drittel der Zeit hinzurechnen. Also zum Beispiel von Stuttgart-West nach Gablenberg 24 statt 18 Minuten; von Stuttgart – West nach Stuttgart – Süd 12 statt 8 Minuten; vom Kernerviertel nach Stuttgart – West 15 statt 12 Minuten. Das bedeutet, daß man, wenn man wirklich am Hauptbahnhof einen bestimmten Zug erreichen will, vorsichtshalber 10 bis 20 Minuten früher aufbrechen sollte. Daß man für die Fahrt zu Arztbesuchen einen Bus früher nimmt – oder gleich den Termin nach hinten verschiebt. Kinder, die zu ihren Freizeitterminen mit diesem Bus fahren, sind, wenn sie nach Fahrplan fahren, regelmäßig zu spät. Auf dem Weg zur Schule, morgens, ist es grundsätzlich Glücksache, wann die Busse kommen. Oft fährt lange keiner, dann mehrere hintereinander. Nicht selten hört man Busfahrer seufzen, diese Linie zu fahren mache wirklich keinen Spaß.

Daß dies als Problem bei der SSB angekommen ist, zeigen die Maßnahmen, die jetzt ergriffen werden. Ob sie helfen werden, ist eine andere Frage.

Beobachtungen vom November 2016 hier